BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Chronik des BUND Lonsee

1982 gründeten Achim Weiss (seit 1973 BUND-Mitglied), Wilhelm Barreith und Günther Krämer den Lonseer BUND. Weitere Mitglieder traten in der Gründungsversammlung bei.

Vorausgegangen war seit 1978 ein lockeres monatliches Treffen der am Naturschutz interessierten Lonseer. „Arbeitskreis Naturschutz“ wird heute noch der Monatstreff des BUND Lonsee genannt. Derzeit unterstützen 118 Mitglieder und Förderer den Lonseer BUND:

 

Vorsitzende:

1982 – 1988    Günther Krämer

1988 – 1990    Dr. Hans-Jörg Breitinger

1990 – 1993    Heidrun Müller

1993 – 1996    Brigitte Kley

1996 – 2002    Günther Krämer

2002 - 2008    Dr. Martin Kley

seit 2008         Silvia Kählert

 

Schwerpunkte der praktischen Naturschutzarbeit waren in den 80er Jahren die Schaffung eines Biotopverbundes Kleingewässer – für den der Lonseer BUND 1984 den Naturschutzpreis der Zeitschrift „Kosmos“ erhielt - und verschiedene Hecken- und Baumpflanzmaßnahmen. Später trat die Pflege von Biotopen in den Vordergrund wie die Heckenpflege und die angepasste Nutzung des Mittel- und Niederwaldes im Schmerlaib sowie die jährlichen Amphibienschutzmaßnahmen an der Urspringer Schacht, einem der wichtigsten Amphibienbiotope der Region, und an der Langen Lache in Ettlenschieß.

 

Über 10 Jahre war die Geschäftsstelle im Bahnhof Lonsee. Wir beschäftigten einen Zivildienstleistenden. Wegen einer unzumutbaren Änderung des Mietvertrags durch die Bahn zog die Geschäftsstelle an den heutigen Ort um. Kein Wunder, dass sich die BUND-Aktiven in Lonsee auch mit einem neuen Nutzungskonzept für den Bahnhof, mit Rad- und Fußwegplanung befassten, Vorschläge dazu erarbeiteten und diese der Verwaltung – leider völlig erfolglos – vorlegten. Jetzt soll der inzwischen völlig heruntergekommene Bahnhof in Lonsee wie derjenige in Urspring abgerissen werden.

 

Viele Jahre war Lonsee ein kultureller Mittelpunkt der Region. Fast alles was Rang und Namen im Natur- und Umweltschutz hat, war in Lonsee als Referent zu Gast, vom Alpenbiologe Karl Partsch über den Wirtschaftswissenschaftler Hans-Christoph Binswanger bis zu den Theologen Günter Altner und Alfons Auer. Es war geradezu eine Ehre, einen Vortrag in Lonsee halten zu dürfen! Eine intensive Zusammenarbeit mit der Ulmer vh machte dies möglich. Ein Höhepunkt war die Festrede des damaligen BUND-Vorsitzenden und heutigen Präsidenten des Deutschen Naturschutzringes Hubert Weinzierl zur 1100-Jahrfeier von Lonsee. Auch in Kleinkunstkreisen wurde Lonsee bekannt: Die Biermösl Blosn, Gerhard Polt, Bruno Jonas, Dieter Hildebrandt, die Mehlprimeln, Hannes Wader, Volksdampf, Bernd Regenauer, Jörg Hube, Ringsgwandl und die Wellküren sind bei uns aufgetreten und erinnern sich gerne an Lonsee.

 

Der Lonseer BUND hat sich eingemischt. Als anerkannter Naturschutzverband wird er zu Planungen gehört. Die BUND-Stellungnahmen waren stets fundiert und oft gefürchtet. Leider konnten die großen, Natur zerstörenden Vorhaben nicht verhindert werden, aber es gab immer wieder kleine Erfolge. So ist der Steinbruch nicht aufgefüllt worden, so dass er seltenen Tierarten eine Heimat bieten kann. Eine weitere Tieferlegung der Lone im Bereich der Bahn- und Lonebrücke zwischen Halzhausen und Westerstetten konnte bis heute verhindert werden, ebenso die Bebauung der Herberge.

 

Inzwischen sind bei uns ausgestorbene oder vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Biber, Wanderfalke, Uhu, Kolkrabe, Wasseramsel und Eisvogel ins Lonetal zurückgekehrt. Andere aber, vor allem Amphibien wie Kreuzkröte, Kamm-Molch, Gelbbauchunke, Laubfrosch, Bergmolch, Teichmolch und Erdkröte kämpfen ums Überleben, der Fadenmolch ist verschwunden. Die Fledermäuse in der Haldensteinhöhle wurden durch Silvesterkracher vernichtet. So liegen Erfolg und Misserfolg auch im Naturschutz dicht beieinander.

Quelle: http://lonsee.bund.net/ueber_uns/geschichte/