Einzigartig in Deutschland: Unsere Wacholderheiden

Die BUND Gruppe Lonsee investierte im Frühjahr insgesamt 10.000 Euro in die Heidepflege auf der Lonseer Halde. Um uns und die Bevölkerung zum Thema zu informieren, organisierten wir am Sonntag, 22. Januar, einen Weißwurst-Frühschoppen. Dr. Thomas Bamann vom Regierungspräsidium Tübingen lieferte fundierte Informationen dazu, wie sich Flora und Fauna auf Heideflächen entwickeln können, welche Bedingungen dazu notwendig sind und warum die Heide einzigartig ist. Übrigens: die Heide der Schwäbischen Alb gehört zu einer Landschaftsform, die bundesweit einzigartig ist.

Über eine Art Zeitraffer zeigte er, wie die Flächen in den letzten fünfzig Jahren immer weniger wurden und er sprach über die positive Entwicklung der Heiden, wenn sie „scharf“ beweidet werden. Dies bedeutet, dass die Schafe, so wie früher auch, bereits im Frühjahr über die Heiden getrieben werden. So wird schon sehr früh das noch junge Gras gefressen, so dass sich keine Krautschicht entwickeln kann. Der auf diese Weise erzeugte sehr kurze Bewuchs zeigt offene Stellen und steinige Flächen, die für die typischen Heidebewohner wichtig sind. Übrigens: selbst wenn noch ein paar typische Pflanzen auf einer Heide anzutreffen sind, fehlen oft schon die für sie typischen Tiergesellschaften. Den Vortrag gibt es auch hier als PDF, für alle, die an diesem Sonntagmorgen nicht dabei sein konnten.

Nach dem Vortrag wurde noch eifrig diskutiert wie es gelingen könnte, die Heiden zu erhalten. Unser Bürgermeister Jochen Ogger brachte dazu einen sehr interessanten Vorschlag ein, den unsere BUND Gruppe gerne unterstützen wird. Mit Dr. Thomas Bamann werden wir auch zukünftig einen Referenten  zu weiteren Themen haben. 

Der Lonseer Salenberg um 1930, Quelle: RP Tübingen.
Für eine perfekte Bewirtung sorgte wieder das Albgärtle.
Veganes Rührei brachte unsere Vorsitzende mit.

Sag beim Abschied leise "Servus"...

...der Sommer 2015 war besonders in Lonsee: Es war ungewöhnlich lange heiß und sehr trocken. Man konnte Nachts sehr lange draußen sitzen. Früher musste man dabei immer aufpassen, dass sich die Nachtfalter nicht in das Kerzenlicht stürzen. In diesem Jahr war es anders: es gab kaum welche. An was das wohl lag? Es gab auch weniger Amphibien als in den Jahren zuvor, lag es am trockenen, kühlen Frühjahr oder vielleicht doch daran, dass wir die Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen immer weiter beschränken und kein Ende dafür in Sicht ist.

Wir vom BUND Lonsee setzen uns für die ein, die sich nicht selber wehren können. Und wir versuchen über Anträge im Gemeinderat, Wachsamkeit, was die Nutzung von Ausgleichsflächen betrifft und landschaftspflegerische Maßnahmen einen Teil der Natur auf unserer Gemarkung zu erhalten. Dazu brauchen wir ganz praktische Unterstützung, aber auch Geld um bestimmte Maßnahmen bezahlen zu können. Bei der Beantragung von Zuschüssen ist es nämlich oft so, dass man einen Teil der beantragten Fördersumme selber aufbringen muss. Zum Beispiel durch Sammlungen, Spenden und Veranstaltungen.

Auf dieser Seite finden Sie Projekte, die wir über lange Zeiträume betreuen.

Und hier finden Sie den FFH (Flora-Fauna-Habitats)-Managementplan für unsere Region. In diesem sind auch einige Flächen beschrieben, für die wir uns seit vielen Jahren in Lonsee stark machen.

Die ersten Bewohner können einziehen

Unser Lonesee lädt mit seinem Wasserspielplatz, verschwiegenen Ecken und Stegen zum Verweilen ein. Und es gibt jede Menge Platz für die Natur. Um Natur, in diesem Fall solitär lebende Insekten, und Menschen einander näher zu bringen, errichteten wir ein Wildbienenhaus. Konstruiert und gebaut wurde es von Michael Lohrmann – ein dickes Danke an Dich, Michi. Drei Infotafeln, gestaltet von BUNDlerin Regine Lieb, vermitteln Wissenswertes über die Winzlinge.

Die Holzkonstruktion bekam ein Dach aus transparenten Polycarbonatplatten. Wildbienen lieben trockene, helle und vor allem warme Standorte, deshalb ist dieses Material besonders zur Dacheindeckung geeignet – auch wenn es für manchen Naturschützer vielleicht ungewöhnlich aussieht.

Das Wildbienenhaus wurde mit gut abgelagerten Abschnitten von Harthölzern gefüllt, in die Löcher von 3 bis 9mm Durchmesser gebohrt wurden. So findet jedes Insekt die passende Größe für sich. Außerdem gibt es die klassischen Bambusstängel, ein paar alte gelöcherte Dachziegel – mit kleinen Löchern, denn die großlöchrigen Ziegelsteine, die man manchmal sieht, werden von den Insekten nicht angenommen. Und jede Menge Totholz. Eine Besonderheit stellen die mit Brettchen verschlossenen Hohlräume dar, in denen Schmetterlinge Schutz finden können.

Wildbienenfans sei die Internetseite von Dr. Paul Westrich empfohlen, hier wird gut strukturiert und verständlich umfangreiches Wissen aus über 30jähriger Forschungsarbeit dargestellt.



Suche